Als Kind hatte ich ganz schön Respekt vor dem Ohrwurm, diesem gemeinen ;-). Seine kräftigen Zangen am Hinterleib zwickten mich in meiner Phantasie in die Haut – und dann gab es auch die Geschichte vom Eindringling, der es sich nachts in meinem Ohr gemütlich machen wollte. Grusel pur im Kopfkino! Heute aber freue ich mich über jeden einzelnen, der sich in meinem Garten einquartiert.

Nachts macht er sich nämlich auf Nahrungssuche und säubert meine Pflanzen von Blattläusen und anderen „Mitessern“. Weil er sich auch an den Gelegen von Milben, Wicklern und Motten gütlich tut, versuche ich, ihn auf die Zweige und Blätter meiner Apfelbäume zu locken. Das geht mit einem selbstgebastelten Ohrwurm-Quartier, an einen Ast gehängt, recht einfach! Darin ziehen die Insekten ihren Nachwuchs groß und verstecken sich tagsüber. Und ihre Wege zu den nächsten Leckerbissen gestalten sich kurz. Happy End – auch für mich.

Basteln Schritt für Schritt


Ich nehme einen Tontopf, möglichst langhalmiges Stroh, Sisalschnur und zwei große Holzperlen. Von der Schnur schneide ich großzügig ein Stück ab, fädle eine Perle bis in die Mitte und nehme die beiden Enden zusammen. Diese führe ich von unten durch das Loch im Topf. Zwischen die Schnüre „klemme“ ich reichlich Strohhalme. Ich ziehe an der Schnur, bis das Stroh richtig fest sitzt. Auf eine Schnur fädle ich die nächste Perle und verknote diese mit dem anderen Ende. So sitzt die Holzkugel mit Spannung auf dem Loch auf. Die Strohhalme schneide ich am Topfrand ab. Jetzt nur noch aufhängen!

 

Fotos: Eva Wunderlich