Ein Hochstämmchen im Topf ist ein sensibles Wesen. Besonders im Winter, wenn es sehr kalt und sonnig ist, muss es gut behütet werden.

Fotos: Nicolai Stephan

Hochstämmchen sind in der kalten Jahreszeit besonders gefährdet, weil ihre dünnen Triebe und die Veredelungsstelle unterhalb der Krone frostempfindlich sind. Gleichzeitig lassen Temperaturschwankungen die Rinde am nacktem Stamm schnell reißen.

Insofern trieb mich die Wettervorhersage spontan an, mein Johannisbeer-Hochstämmchen gegen Wind und Frost zu wappnen. Damit die Erde im Kübel nicht dauerhaft durchfriert, packe ich ihn rundum mit einer dicken Kokosmatte ein. Die Krone beschütze ich mit einem Jutegewebe. Ich hätte dafür lieber ein leichtes wasserabweisendes Vlies genommen, da Jute sich schnell mit Wasser vollsaugt und die Triebe belastet. Aber leider hatte ich keins zur Hand. Sicherheitshalber werde das Johannisbeer-Hochstämmchen unter dem Vordach positionieren, wo es die nächsten Wochen vor Regen und Wind geschützt stehen wird.

Materialkunde: Warme Mäntel für Töpfe und Pflanzen

1. Noppenfolie isoliert dank der Luftpolster hervorragend.
Man umwickelt mit ihr aber nur Töpfe, nicht die Pflanzen selbst. Weil die Folie keine Luft durchlässt, entsteht leicht Fäulnis.
2. Jutefilz ist weniger luftdurchlässig als Jutegewebe und eignet sich zum isolierenden Umkleiden von Töpfen. Man kann auch
die Stämme von empfindlichen Gehölzen damit umwickeln.
3. Wintervlies aus Polypropylen ist leicht, lässt viel Luft durch. Abhängig von der Dicke des Gewebes schützt es oberirdische Pflanzenteile mehr oder weniger tiefen Temperaturen.
4. Jutegewebe schützt vor Sonne und Wind und lässt viel Luft durch. Daher schützt man damit oberirdische Pflanzenteile.
5. Kokosmatten sind besonders dick – ideal, um sie als Unterlage für Töpfe oder als Alternative für Noppenfolie zu verwenden.
6. Strohmatten lassen sich gut um Stämme wickeln und kaschieren die unattraktive Noppenfolie (alle Materialien von Videx).