Erstaunlich häufig werde ich danach gefragt, ob Zieräpfel essbar seien. Aber sicher – genau wie Blutpflaume und Zierquitte. Doch ihre große Stärke ist es, insbesondere im  Herbst hübsch auszusehen.

 

Die Zieräpfel der Sorte ‚Red Sentinel‘ bleiben lange am Baum haften. Sie sind bei Vögeln im Winter sehr beliebt.

Sobald sein buntes Laub zu Boden rieselt, kann mein Zierapfel ‘Red Sentinel’ nichts mehr verstecken – und zeigt Zweige, die sich vollgepackt mit roten Äpfelchen gen Boden biegen. Ein paar davon stibitze mir für die Herbst- und Adventsdeko, die restlichen lasse ich hängen. Zum einen liebe ich seinen Anblick aus dem Wohnzimmerfenster, zum anderen dienen die Früchte als eiserne Winterreserve für die Vögel. Ich selbst verwerte die Zieräpfel in der Küche nicht, auch wenn das grundsätzlich möglich ist. Denn für mich kommen sie an das Aroma der Tafeläpfel nicht heran.

Das herbe Aroma von Zieräpfeln

Wer es etwas herber mag, wird die Würze von Zieräpfeln trotzdem zu schätzen wissen. Sie verleihen Mischungen mit anderem Obst eine besondere Note. Und ihr hoher Pektingehalt sorgt dafür, dass beispielsweise Edelapfelgelee schneller und besser fest wird. Rotfrüchtige wie ‘Liset’, ‘Profusion’ oder ‘Street Parade’ bieten sich für einen feinen Likör an. Im Ganzen aufgesetzt geben sie dem Getränk eine attraktive Farbe. Mittelgroße Fruchtsorten wie ‘Golden Henry’, ‘Makamik’, ‘Red Sentinel’ und ‘Striped Beauty’  lohnen sich für Marmeladen, Gelees, Chutneys und Tartes. Der Schnippelaufwand  bei großen Zieräpfeln wie ‘Hyslop’, ‘Red Glow’, ‘John Downie’ und ‘Charlottae’ hält sich am ehesten in Grenzen.

Mein Zierapfel – Großartig als Hausbaum!

Die Fruchtgröße allein darf aber nicht das entscheidende Kriterium für einen Kauf sein. In erster Linie sollte der Zierapfel zum Garten passen. Das Angebot ist verblüffend groß. Allein die Wuchsformen eröffnen eine Menge Möglichkeiten. Manche Sorten kommen eher strauchartig daher. Andere bilden kleine Bäume mit rundlicher oder eiförmiger Krone. Wieder andere wachsen aufrecht und überhängend oder schlank und säulenförmig. In der Höhe variieren die Sorten zwischen vier und acht Metern. Kurzum, ein Zierapfel ist der ideale Hausbaum auch für kleine Gärten.

Bunter Herbstschmuck in Hülle und Fülle

Gegenüber anderen Kandidaten trumpft der Zierapfel gleich mehr mehrmals im Jahr auf. Das fängt mit einer duftenden Blütenshow im Mai an. Je nach Sorte leuchten die Bäumchen überreich in Schneeweiß, Rosa oder Karminrot, manche etwas früher, andere später. Den Sommertrubel überlassen die Zieräpfel anderen Gartenpflanzen. Sie sind im Herbst wieder dran, wenn sich ihre Früchte bunt färben. Manche bleiben bis lange nach dem Laubfall haften, wie ‘Evereste’, ‘John Downie’, ‘Red Sentinel’ und ‘Wintergold’. Einige Sorten haben eine weitere Attraktion zu bieten: buntes Herbstlaub. ‘Liset’ färbt sich orangerot, ‘Professor Sprenger’ gelb und rot, ‘Profusion’ rötlich, ‘Evereste’ goldgelb.

Pollenspender gesucht

Übrigens: Um Früchte anzusetzen, müssen Zieräpfel von Bienen und anderen Insekten bestäubt werden, die bereits eine geeignete Befruchtersorte besucht haben – zum Beispiel den Apfelbaum des Nachbarn. Umgekehrt gelten sie als gute Pollenspender für Tafeläpfel.