Kaum verliert der Winter an Kraft, blühen die Lenzrosen auf. Ich habe mich zur Gärtnerei „Allerlei Seltenes“ in Uetersen aufgemacht und war begeistert, wie viele wunderbare Sorten Susanne und Jürgen Peters dort hegen.

Zauberhaft in Form und Farbe

Der Wind pfeift kalt um die Ecken und lädt nicht gerade dazu ein, meine dicke Jacke auszuziehen. Aber hier, in der Gärtnerei Allerlei Seltenes, vergesse ich meine klammen Finger und meine beleidigt vor sich hinfrierenden Füße. Egal, egal, egal! Denn die Lenzrosen stehen in voller Blüte und ich mit Susanne Peters mittendrin. Und kann mich gar nicht entscheiden, welche Sorte die „Schönste im Land“ ist. Denn der Formenreichtum der Lenzrosen ist unglaublich. Dicht gefüllte Blüten mit spitzen Blättern laden ebenso zum Staunen ein wie elegante runde Schalen. Einige tragen sogar barocke Rüschenkragen oder sehen wie schlichte Reifenröcke aus. Die Farbpalette reicht von Zitronengelb über Limonengrün, pastelliges Rosa, poppiges Lila und Pink bis zu dunklem Schwarzrot. Einige Blüten sind übersät mit Sprenkeln, andere wiederum bestechen durch hübsche Zeichnungen.

Fotos: Silke Storjohann

Die Schere muss mit…

Das Abschneiden der wintergrünen Blätter hält Lenzrosen gesund. Man sollte sie aber nicht zu früh kappen. Erst im Februar und zwar bevorzugt die Blätter, die sich gen Boden neigen. Sobald neue Blätter im April austreiben, kann auch das restliche alte Laub mit der Schere entfernt werden.

Bei Lenzrosen, die mit der Schwarzfleckenkrankheit befallen sind, muss man in einem Rutsch alle Blätter entfernen. Sie dürfen nicht als Mulchmaterial verwendet oder auf dem Kompost entsorgt werden, weil die Pilzsporen auf den Blättern lange überdauern und so die Infektionsgefahr steigt.

Und: Wer Verblühtes regelmäßig abschneidet, wird mit einem üppigen Flor im nächsten Jahr belohnt.

Pflegeprogramm rund ums Jahr

Lenzrosen (Helleborus-Hybriden) sind durch Kreuzungen der wilden Lenzrose (Helleborus orientalis) mit verschiedenen anderen Arten der Gattung Helleborus entstanden. Die Stauden fühlen sich im lichten Schatten unter Bäumen und Sträuchern wohl. Am liebsten wachsen sie in einem kalkhaltigen, sandigen Lehmboden. Aber auch leichter Sandboden funktioniert, wenn man Algenkalk, Kompost und das Tonmineral Bentonit einarbeitet. Lenzrosen blühen wochenlang, wenn sie Anfang September und Anfang Februar, nach dem winterlichem Rückschnitt der Blätter,  mit Hornspänen und Gesteinsmehl gedüngt werden. Anschließend mulcht man die Stauden mit Laub oder Kompost.  Sollte der Regen ausbleiben, lohnt es sich, die Lenzrosen zu wässern.

Einkaufstipp

Die Gärtnerei  „Allerlei Seltenes“ kultiviert zirka 100 Helleborus (Christ- und Lenzrosen), 600 Hepatica (Leberblümchen), 1.000 Aurikeln und andere Primeln. Dazu kommen Cypripedien (Frauenschuhorchideen), Anemonellen (Rautenanemonen), Adonis (Adonisröschen), Campanula (Glockenblumen) und Gentiana (Enziane).
Wer die Gärtnerei besuchen möchte, sollte bitte im Vorfeld einen Termin absprechen.

Staudengärtnerei Allerlei Seltenes
Tel. 0 41 22/33 12
www.alpine-peters.de