Buchsbaumzünsler biologisch bekämpfen

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Seit einigen Jahren versetzt der Buchsbaumzünsler viele Gärtner in Angst und Schrecken. Denn seine Raupen fressen innerhalb kürzester Zeit die Buchsbäume kahl. Nun sind auch in meiner Falle Falter gelandet. Höchste Zeit, ihn zu bekämpfen. Biologisch natürlich!

Als Elisabeth mir vergangenes Jahr im Spätsommer todtraurig erzählte, dass die Raupen vom Buchsbaumzünsler ihre Buchsbaumhecke innerhalb weniger Wochen kahl gefressen haben, ist mir ganz anders geworden. Wenige Minuten später steckte mein Kopf suchenden Blickes mitten in meinen 20 Jahre alten Buchsbaumkugeln, um sicher zu gehen, dass sie nicht befallen sind. Mein Gärtnerherz würde brechen, wenn ich sie an die Raupen des asiatischen Falters verlieren würde. Zum Glück waren sie aber wohlauf.

Alle Fotos: Nicolai Stephan

Da der Buchsbaumzünslerfalter Jahr für Jahr immer weiter gen Norden zieht, habe ich vor einigen Wochen vorsichtshalber eine Falle aufgehängt. Die Aufgabe der Buchsbaumzünslerfalle ist es, die männlichen Falter mit Hilfe von Pheromonen anzulocken. Sind sie erst einmal eingefangen, können die Männchen die Weibchen nicht mehr befruchten. Zudem ist die Buchsbaumzünslerfalle ein perfektes Frühwarnsystem. Denn sobald Falter in der Falle gelandet sind, kann man davon ausgehen, dass die unmittelbar bevorstehende Eiablage der Weibchen ansteht.

Leider habe ich vor ein paar Tagen einige Falter in der Falle gefunden. Nach einer kleinen Panikattacke und einer akribischen Untersuchung meiner Buchsbäume hab ich mich ernsthaft mit dem gefräßigen Eindringling auseinander gesetzt und festgestellt: Wenn man über seinen Lebensrhythmus Bescheid weiß, regelmäßig die Blätter kontrolliert und rechtzeitig handelt, kann man den Buchsbaumzünsler durchaus biologisch ohne Chemiebomben Paroli bieten.

So haltet ihr den Buchsbaumzünsler in Schach

Buchsbaumzünsler bilden pro Jahr meist zwei, bei einem sehr günstigem Witterungsverlauf auch drei Generationen, wobei die letzte in Form von Eiern überwintert. Man kann die Raupenschar biologisch bekämpfen, am besten zwischen Ende April und Mitte Juli. Biologische Präparate, die sich für diesen Zweck sehr gut eignen, sind Mittel mit dem Wirkstoff „Xen Tari“: Es handelt sich um ein schmarotzendes Bakterium namens Bacillus thuringiensis, das von einem japanischen Pflanzenschutzmittel-Hersteller entdeckt und auf den Markt gebracht wurde. Das Bakterium dringt durch Körperöffnungen in die Zünslerraupen ein, vermehrt sich im Innern und sondert ein giftiges Stoffwechselprodukt ab, das die Insektenlarven absterben lässt. Ausgebracht wird das Mittel als wässrige Dispersion mit einem herkömmlichen Sprühgerät.

Sobald ihr seht, dass innerhalb einer Woche mehr als drei Falter in die Falle geflogen sind, müsst ihr sieben Tage später das Mittel ausbringen. Achtet darauf, auch das Kroneninnere der Buchsbäume von allen Seiten gut zu benetzen, denn dort verstecken sich die Raupen gern. Die Präparate können übrigens gegen viele Arten von Schädlingsraupen eingesetzt werden und sind auch für Obst- und Gemüsekulturen im Haus- und Kleingarten zugelassen.

Viele Gärtner erzählten mir, dass sie die Raupen vom Buchsbaumzünsler bekämpfen, indem sie ihre Buchsbäume mit Algenkalk bestäuben. Sie mögen das wohl gar nicht! Ich denk, das probier ich auch gleich mal aus – auch wenn es nur dazu dient, ihre Abwehrkräfte zu stärken 🙂

Mein Fazit: Wer seine Buchsbäume retten will, dem bleibt nichts anderes übrig, als den Buchsbaumzünsler zu bekämpfen, indem man dessen Raupen frühestmöglich stoppt und seine Pflanzen vom Frühling an akribisch im Auge hat.

Unkompliziert und effektiv: Falle für den Buchsbaumzünsler

Grünen Deckel auf den Fallenkörper drehen.
Flache Scheibe mit den Vertiefungen auf den Stiften setzen.
Deckel der Pheromontube öffnen und nach hinten biegen.
Pheromontube in den Gitterbehälter stellen.
Den verschlossenen Pheromonbehälter in den Scheibenaufsatz drücken.

4 Gedanken zu „Buchsbaumzünsler biologisch bekämpfen“

  1. Danke für den Artikel. Leider ist mein Garten auch von lästigen Raupen befallen. Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Finde die Idee toll, da diese auch sehr umweltschonend ist!

    LG, Rudy

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