Sonnige Narzissen im Garten pflanzen

Foto: Olaf Szczepaniak

Keine anderen Zwiebelblumen lassen den Frühling so schön strahlen wie Narzissen. Ihre Kronen, Trompeten und Reifröcken in fröhlichen Farben blühen auf, wenn du sie richtig düngst und pflegst.

Die Zwiebelblumen mögen einen nährstoffreichen, immer etwas feuchten Boden. Allerdings vertragen Narzissen keine Staunässe. Schwere Böden solltest du deshalb großflächig mit Kompost und grobem Sand lockern.

Narzissen sind Sonnenkinder. Man muss jedoch bedenken, dass die Farben in der Sonne oft verblassen. Was manchmal auch gewollt ist, etwa bei der weiß blühenden Sorte Ice Follies. Ihre Blüten sind zunächst gelblich und bekommen erst mit der Zeit ihren charakteristischen weißen Farbton. Ich habe festgestellt, dass manche Sorten auch gut im lichten Halbschatten wachsen, sich problemlos vermehren und ihre Farben kräftiger bleiben als in der Sonne.

Zu meinen Lieblingssorten im lichten Halbschatten zählen: Acropolis, Artcic Gold, Fortissimo, Manly und Pink Charme.

Die Pflanzzeit ist von September bis zu den ersten Frösten im November. Ich nehme dafür einen konisch geformten Spaten und setzen die winterharten Narzissen-Zwiebeln in Gruppen, je nach Zwiebelgröße etwa 10 bis 15 cm tief in den Boden.

Vor allem großblumige Narzissen sind recht hungrig. Deshalb ist es sinnvoll, sie jedes Jahr zu düngen, wenn sie gerade ihre Blätter aus dem Boden schieben. Ich dünge sie mit einem schnell löslichen Phosphor-Kali-Dünger – das fördert die Blütenanlage fürs kommende Jahr. Er darf dabei aber nicht in die tütenförmigen Blätter der Narzissen fallen. Verbrennungen und ein Ausbleiben der Blüten wären die Folgen.

Damit die Blumenzwiebeln nach der Blüte genug Kraft tanken können, mähe ich das Laub der Narzissen erst ab, wenn die Blätter gelb sind und sich mühelos abziehen lassen. Mindestens sechs Wochen sollte man nach der Blüte warten. 

Ich pflanze früh, mittel und spät blühende Sorten, so blühen die Narzissen von Anfang März bis Mitte Mai.

Narzissen in den Garten pflanzen hat eine lange Tradition

Narzissen sind heitere, unkomplizierte Wesen. Mit ihren freundlichen Gesichtern überbringen sie uns in leuchtenden Farben jedes Jahr die schönste Botschaft überhaupt: der Winter ist endlich und endgültig vorbei. Schwer zu glauben, dass man sie im westlichen Europa bis ins Mittelalter übersehen hat, obwohl es dort eine Menge Narzissen in der Natur gab. Dichter-, Tazetten- und Jonquillen-Nar­zissen (Narcissus poeticus, N. tazetta, N. jonquilla) sind in Spanien, Portugal, Südfrankreich und Griechenland heimisch. Osterglocken (N. pseudonarcissus) dagegen in ganz Europa. Erst als der niederländische Botaniker Clusius 1556 einige Zwiebeln von einer Reise in den Orient mit in seine Heimat brachte, und andere Gärtner damit begannen, aus Wildformen Gartensorten zu züchten, begann ihr Aufstieg in unseren Gefilden. Vor allem die Engländer schenkten den Zwiebelblumen viel Aufmerksamkeit. Die Narzisse stieg sogar zur Nationalblume von Wales auf.

Narzissen mit Kronen, Trompeten und Reifröcken in fröhlichen Farben

Narzissen gehören zu den Amaryllisgewächsen und werden je nach Sorte bis zu 50 cm hoch. Gelb ist zwar die Grundfarbe der meisten Narzissen, aber sie blühen auch in Weiß sowie Creme- und Orangetönen, manche sogar mehrfarbig. Der zweiteilige Blütenaufbau aus Nebenkrone, bei einigen Sorten auch Trompete genannt, und Hauptkrone, dem Blütenkranz, lässt in der Natur und beim Züchten spielerisch viele Narzissen-Varianten zu. Um den Überblick zu behalten, legte die britische Royal Horticultural Society nach Blütenformen eingeteilte Narzissenklassen fest. In ihnen tummeln sich heute etwa 20.000 verschiedene Sorten.

Eine lange Tradition in den Gärten haben die riesigen, leuchtenden Blüten der Trompetennarzissen, zu denen auch die Osterglocken gehören, und Sorten mit kleinen oder großen Kronen. Sehr beliebt sind mittlerweile auch die charmanten Wildformen und ihre Sorten von Engelstränen-, Tazetten- oder Jonquillen-Narzissen. Sie können mit den alt eingesessenen Narzissen in sonnigen Beeten durchaus konkurrieren. Denn mit drei bis zwölf anmutigen Blüten pro Stängel und einem süßen Duft stehlen sie ihnen problemlos die Schau. Zu Lieblingen auf Balkon und Terrasse avancierten die zierlichen Alpenveilchen-Narzissen (N. cyclamineus) mit ihren charakteristisch zurückgeschlagenen Blütenblättern und der langen Nebenkrone. Sorten wie ‘February Gold’ oder ‘Tête-à-Tête’ füllen zum Saisonstart die Tische in den Gärtnereien. Sehr schön wirken sie zusammen mit blauen Traubenhyazinthen. Im Garten sind sie zwischen Sträuchern, Bodendeckern oder Stauden besser aufgehoben als in der Wiese.

Für gefüllte Raritäten oder historische Kleinode wie die zierliche Reifrock-Narzisse (N. bulbocodium ) oder ‚Rip van Winkle’ lohnt es sich, ein prominentes Plätzchen im Garten zu reservieren.
 Das gleiche gilt für die traumhaften Engelstränen-Narzissen und ihre Abkömmlinge. Sie gedeihen aber nur an geschützten, sonnigen Stellen, z. B. in Steingärten.

Narzissen sind als Team unschlagbar gut

Narzissen sollten immer in Gruppen zusammenstehen. Nichts sieht einsamer aus als eine einzelne Narzisse. Du kannst sie als dicke Tuffs oder breite Bänder auf einer Wiese, auf dem Rasen, unter Sträuchern oder zwischen Stauden inszenieren. Es dauert einige Wochen, bis das Laub nach der Blüte verwelkt und verschwindet. Da die Zwiebelblumen es zum Regenerieren brauchen, solltest du es nicht frühzeitig abschneiden. Zwischen früh austreibenden Stauden wie Funkie, Frauenmantel oder Vergissmeinnicht kannst du die braunen Blätter gut verstecken.

Auch in der Vase gibt ein dicker Strauß Narzissen ein schönes Bild ab. Wähle knospige Blüten aus mit durchscheinender Farbe. Da die Stängel einen wässrigen Schleim abgeben, der Hautirritationen auslösen kann, solltest du nach dem Anschneiden der Stängel deine Hände gut waschen. Stelle die Narzissen 24 Stunden in eine separate Vase, bevor du sie mit anderen Blumen als Strauß arrangierst. Sonst kümmern die Blumenbegleiter.

So bringen Narzissen in Gruppen den Rasen zum Leuchten

Ich muss zugeben, dass ich an der ersten Pflanz-Aktion eher passiv beteiligt war. Denn Elke hat mich mit einer heißen Tasse Tee auf die Gartenbank gesetzt und nebenbei ihren Rasen mit Narzissen-Zwiebeln bestückt. Und was soll ich sagen: Der Tee war lecker und ich hab beim Zuschauen wieder etwas dazu gelernt: Wie man Narzissen-Inseln im Rasen anlegt!

Eine Narzisse allein im Rasen sieht eher traurig aus. Deshalb pflanzt Elke sie in Tuffs, also in Gruppen. Solche Narzissen-Inseln sieht man häufiger in großen Parkanlagen und öffentlichen Freiflächen. Im Garten wirken die Inseln nur dann, wenn Größe und Menge in einem guten Verhältnis zur Rasengröße stehen. Hält man zu wenig Abstand ein, hat man zudem später das Problem, dass der Rasenmäher nicht an den Inseln vorbeikommt.

Narzissen in Gruppen im Rasen pflanzen
Zuerst sticht Elke mit dem Spaten eine große Rasensode aus.
Narzissen Gruppen im Rasen pflanzen
Die Zwiebeln mit der Nase nach oben ins Pflanzloch setzen.
Narzissen Gruppen im Rasen pflanzen
Anschließend wird die Rasensode in Stücke zerteilt und dann die Einzelteile Stück für Stück wieder auf die Zwiebeln gelegt.

Fotos: Olaf Szczepaniak

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