Welcher Dünger macht die Blumenbeete fit?

Die meisten Gartenstauden sind unkompliziert und kommen mit wenig Nährstoffen aus. Trotzdem tut ihnen in der Regel eine Grunddüngung gut. Aber welche Dünger kommen dafür in Frage? 

Organische Volldünger - lieber pflanzlich fit oder tierisch gut?

Sobald in den Blumenbeeten das erste Grün sprießt, stapfe ich los und dünge meine Blumenbeete. Weil mein Vorrat an gesiebten Kompost nach dem Versorgen der Gemüsebeete auf einen überschaubaren Haufen geschrumpft ist, verteile ich alternativ einen organischen Volldünger, um die Pflanzen in meinen Blumenbeeten zu versorgen. Ich bin im Frühling eher sparsam beim Verteilen. Eine größere Portion bekommen nur hungrige Kandidaten wie Phlox, Rittersporn, Astern und Sonnenblumen zugedacht. Denn häufig wird außer Acht gelassen, dass Böden auch mit organischem Stoffen überdüngt werden können. Deshalb sollte man sie nach der Anleitung auf der Verpackung dosieren oder im Vorfeld eine Bodenanalyse machen lassen. Allerdings ist die Auswaschung bei diesen langsam wirkenden Düngern geringer, denn ihre Nährstoffe lösen sich nach und nach im Boden und werden vollständig von den Pflanzen aufgenommen und der Stickstoff wird nur wenig oder gar nicht als Nitrat in das Grundwasser eingetragen.

Da viele Stauden flach wurzeln, arbeite ich den Volldünger ( enthält Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K)) wenig oder gar nicht ein – diese Arbeit lasse ich mir von Regenwürmern und anderen Kleinlebewesen abnehmen. In den Geschäften werden viele organische Volldünger angeboten. Organische Dünger sind pflanzlichen und/oder tierischen Ursprungs. Meist beinhalten die Packungen ein Gemisch aus verschiedenen pflanzlichen und tierischen Bestandteilen. Sie enthalten etwa Horn- oder Blutmehl, Guano sowie Abfallprodukte aus der Zucker – oder Weingewinnung sowie Gesteinsmehle, Minerale und Algenkalk. In diesen Düngern liegen die Nährstoffe organisch gebunden vor. Sie müssen im Boden erst durch Bakterien oder Pilze verfügbar gemacht werden.

Mineralische Dünger richtig für Blumen anwenden

Mineralische Dünger werden aus Mineralien chemisch hergestellt. Daher nannte man sie früher auch Kunstdünger. Sie enthalten die Nährstoffe als Salze, die von Pflanzen sofort aufgenommen werden können. Als Kind der 70iger Jahre kannte ich als Dünger nur Blaukorn, welchen mein Vater sehr großzügig überall verteilt hat…Heute gibt es natürlich viele dieser schnellen Dünger, aber auch mineralische Langzeitdünger. Besondere Zusätze, Granulierungen und Umhüllungen sorgen dafür, dass die Nährstoffe erst nach und nach freigesetzt werden können.

Als Grunddüngung kommt für mich ein „schneller“ mineralischer Volldünger nicht in Frage. Ich setze ihn eher gezielt sein. Zum Beispiel  bei hohen Zwiebelblumen wie Narzissen, Tulpen und Hyazinthen. Sie brauchen schon zu Beginn der Blütezeit schnell viele Nährstoffe, damit sie auch im kommenden Jahr reichlich blühen. Eine Hand voll Mineraldünger pro Quadratmeter reicht dafür aus. Ich verteile das Granulat rund um die Pflanzen, harke ihn ein und wässern die Pflanzen danach. Denn der Dünger darf nicht in den Blattachseln liegen bleiben, sonst drohen Verbrennungen.

Wenn du deine Beete mit einem mineralischen Dünger versorgst,  ist es ratsam, zusätzlich Kompost oder abgelagerten Stallmist für das Wohlergehen der Bodenlebewesen zu verteilen. Achte darauf, dass du die Düngerdosis dementsprechend reduzierst.

Tierische Dünger für die Blumenbeete

Kaum noch im Handel sind tierische Dünger aus Blut- und Knochenmehl. Aber Hornspäne oder Hornmehl erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Sie gehen als fast reiner Stickstoffdünger durch, denn ihre Anteile an Phosphat, Schwefel und Kalium liegen unter einem Prozent. Hornspäne eignen sich für die meisten Gartenbeete, denn mehr als die Hälfte der Privatgärten sind ausreichend mit Phosphat und Kalium versorgt bis stark überdüngt. Ich verteile Hornspäne unter meiner Hainbuchen- und Ligusterhecke.

Der Handel bietet für die Grundversorgung verschiedene organische Mehrnährstoffdünger an: In Form von Rindermist-Pellets oder Vogelmist (Guano). Relativ neu sind Dünger, die aus Schafwolle gewonnen werden. Guano-Dünger kaufe ich nicht mehr, nachdem ich auf dem Sender Arte gesehen haben, unter welchen unmenschlichen Einsatz er von den Felsen gekratzt wird.

Wenn du Pferdemist verteilen möchtet, solltest du ihn bei einem Bauern deines Vertrauens abholen. So verhinderst du, dass Rückstände von Hormonen und anderen Substanzen, die in Tierfabriken eingesetzt werden, den Weg in deinen Garten finden. Ich verteile abgelagerten Pferdemist sehr zeitig in den Beeten. Frischer Pferdemist darf in den Blumenbeeten nur unter Rosen dünn gestreut werden.

Eine gute Alternative: Vegane Dünger

Für diejenigen, die ihre Blumenbeete nicht mit tierischen Düngern versorgen möchten, gibt es rein pflanzliche Volldünger. Zu den pflanzlichen Düngern zählt auch Kompost. Er liefert Stickstoff, aber auch Phosphor, Kali, Magnesium und wertvolle Huminstoffe. Bestenfalls gewinnt man ihn selber. Wenn ihr dafür keine Zeit oder Platz habt, könnt ihr bei Bedarf bei eurer Gemeinde anfragen. Denn viele verfügen über öffentliche Bioabfall-Anlagen oder haben Sammelstellen für Garten- und Bioabfälle aus den Haushalten der jeweiligen Gebiete. In diesen Zentren wird das gesammelte Biomaterial oft direkt kompostiert.

In den Gärtnereien und Gartencentern gibt es mittlerweile ein breites Sortiment an pflanzlichen veganen Volldüngern, die sich gut für eine Grunddüngung eignen. 

Können Dünger schlecht werden?

Dünger können im Prinzip nicht verderben, aber man sollte sie nach dem Anbrechen zügig verbrauchen. Denn sowohl mineralischer als auch organischer Dünger ziehen Feuchtigkeit an. Sie können daher auf Dauer verklumpen. Lagere die Packungen am besten so trocken wie möglich.

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