Pferdemist ist ein toller Dünger! Er versorgt meine Pflanzen mit Nährstoffen, reichert den Boden mit Humus an und fördert das Bodenleben. Was will ich mehr!

Manchmal bekommt man einfach geschenkt, was man sich wünscht: Pferdemist 🙂 Die Glücksbringer waren meine Schrebergarten-Nachbarn. Sie hatten Pferdemist bestellt und waren angesichts der Menge, die vor ihrem kleinem Tor abgekippt wurde, etwas überfordert. Ich konnte sie gut verstehen, denn ihr Eingang liegt direkt an Lüneburgs schönster Lindenallee, die auch im Winter fleißig am Wochenende von Joggern, Hundebesitzern und Spaziergängern besucht wird. Und es war Freitagnachmittag! Der Berg aus Stroh und Pferdeäpfeln lugte unübersehbar zwischen den dicken Baumstämmen hervor. Bald schon versammelte sich die gesamte Nachbarschaft um das „duftige“ Arrangement, um über Qualität des Düngers und nachhaltige Maßnahmen zu philosophieren. Unser Fazit war eindeutig: Eigentlich brauchen wir alle Mist! Insofern haben wir uns über das Angebot, uns am Abbau zu beteiligen, sehr gefreut!

 

Und was soll ich sagen: Es war für uns ein unterhaltsamer, sportlicher Nachmittag. Wobei der eine oder andere sich nach der 20 Tour Pferdemist in der Anlage bestimmt eine neue Schubkarre herbeigewünscht hat. Mein Sohn übrigens auch 🙂 Ich geb zu, ich hab ihn bestochen, mir zu helfen, den Pferdemist aus der Karre mit Schwung über den Zaun in meinen Garten zu kippen. Geschadet hat es dem pubertierendem Kleinstadtkind nicht. Er hatte rote Wangen und sah nach getaner Arbeit viel zufriedener aus als vorher. Nur als ich spaßeshalber erzählte, dass gleich auch noch Schweinemist geliefert wird, ergriff er schnell die Flucht. Auch Mütter brauchen ihr Vergnügen!

Organisch düngen mit frischem Pferdemist

Ein paar Tage später habe ich meinen Haufen Pferdemist verteilt. Da er sehr viel Streu enthielt und gut abgelagert war, konnte ich ihn bedenkenlos als Dünger ausbringen. Denn streureicher und abgelagerter oder kompostierter Pferdemist gibt seine Nährstoffe nach und nach frei, erhöht aber auch den Humusgehalt des Bodens und fördert das Bodenleben. Frischer Mist hat dagegen einen sehr hohen Anteil an Ammoniak, der sich schnell schädlich auswirken kann. Insofern sollte man ihn immer gut ablagern, bevor man ihn verteilt.

Pferdemist eignet sich als Dünger nur für robuste Pflanzen, zum Beispiel für etablierte Rosen, Obstgehölze und Beerensträucher. Jungpflanzen, schwach zehrende Gemüse wie Erbsen, Bohnen und Spinat und Gemüsepflanzen mit kurzer Kulturzeit wie Salate und Radieschen oder Kräuter vertragen ihn nicht! Deshalb verteile ich ihn nicht auf meinen Hochbeeten! 

Wann darf man Pferdemist ausbringen?

Allgemein sollte man frischen Pferdemist nicht im Herbst, sondern besser am Ende des Winters verteilen. Das hat zwei Gründe: Zum einen liefert eine organische Düngung mit Pferdemist viel Stickstoff, der im Herbst dazu führt, dass die gedüngten Pflanzen weniger frosthart sind. Zum anderen können im Laufe von Herbst und Winter große Mengen Stickstoff ausgewaschen werden, was einen Verlust für die Beete und eine Belastung für das Grundwasser darstellt. Auf leichten, sandigen Böden sollte man frischen Pferdemist tief einarbeiten, auf schweren Böden dagegen möglichst flach.