Pflanzenstärkungsmitttel – Tee, Brühe und Jauche

Wenn ich sehe, dass meine Pflanzen im Garten schlecht wachsen oder kränkeln, greife ich am liebsten zu klassischen Pflanzenstärkungsmitteln. Dazu zählen vor allem Tees, Jauchen und Brühen, die ich meistens aus Wildkräutern gewinne. 

Was sind eigentlich Pflanzenstärkungsmittel?

Pflanzenstärkungsmittel besitzen hauptsächlich wachstumsfördernde Eigenschaften, sollen die Pflanzen gesund erhalten und gelten als Pflanzenhilfsmittel oder Bodenhilfsstoffe. Pflanzen- und Bodenhilfsstoffe zählen damit zum Düngermittelrecht und dienen vordergründig der Versorgung der Pflanze mit Nähr- und Spurennährstoffen. Insofern dürfen sie keine direkte Wirkung auf Schadorganismen oder Krankheitserreger haben, da sie sonst zu den Pflanzenschutzmitteln zählen und strengeren Vorschriften unterliegen. 
Im Pflanzenschutzgesetz ist genau definiert was ein Pflanzenstärkungsmittel ausmacht. Demnach sind Pflanzenstärkungsmittel Stoffe und Gemische einschließlich Mikroorganismen, die ausschließlich für folgendes bestimmt sind:

  1. Der Gesunderhaltung der Pflanzen zu dienen, soweit sie gesetzlich nicht als Pflanzenschutzmittel eingeordnet sind.
  2. Die Pflanzen vor nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen. Dazu zählen u.a. auch Frostschutzmittel und Frischhaltemittel für Schnittblumen.
Pflanzenstärkungsmittel
Der Ackerschachtelhalm wächst am liebsten auf dichten, feuchten Böden. Trotz seiner seiner schönen Gestalt ist er bei Gärtnern nicht beliebt. Denn ihm ist schwer beizukommen, da sein Wurzelnetz tief reicht.

Welche Pflanzenstärkungsmittel gibt es?

Pflanzenstärkungsmittel lassen sich grob nach ihren Wirkstoffen in vier Gruppen einteilen. Es gibt organische, mineralische, homoöpathische und mikrobielle Pflanzenstärkungsmittel.

Organische Pflanzenstärkungsmittel
Organische Pflanzenstärkungsmittel enthalten natürliche Substanzen, die aus Pflanzen oder aus tierischen Produkten gewonnen werden. Dazu zählen u.a. Pflanzen-, Algen- und Kompostextrakte, Molke und Huminsäuren und hydrolisiertes Eiweiß aus Schlachtabfällen.

Mineralische Pflanzenstärkungsmittel
Anorganische Pflanzenstärkungsmittel stärken die Pflanzen gegenüber Pilzkrankheiten wie Rost und Mehltau, indem sie die Oberflächen von jungen Blättern und Trieben stärken und die von Pilzen zerstören. Gewonnen werden sie aus ultrafein gemahlenen Gesteinsmehlen, die viel Kieselsäure oder Kaliumsilikat enthalten. Andere Produkte enthalten Carbonate, Pottasche oder Backpulver.

Homöopatische Pflanzenstärkungsmittel
An homöopathischen Pflanzenstärkungsmitteln scheiden sich die Gartengeister. Da ich mit Präparaten wie … keine Erfahrungen gesammelt habe, kann ich euch darüber leider nichts berichten und stehe ihnen völlig wertungsfrei gegenüber.

Pflanzenstärkungsmittel im Fachhandel kaufen

Wenn du keine Möglichkeit hast, selber Stärkungsmittel aus Wildkräutern zu brauen, ist das kein Problem. Im Gartencenter findest du viele Kräuterpräparate in Form von Pulver-Pads, Pellets oder als Konzentrat . Auch anwendungsfertige Mittel in Sprühflaschen bietet der Fachhandel in Hülle und Fülle. Diesen Produkten sind häufig Gesteinsmehle, Fettsäuren, Molke oder Mikroorganismen zugesetzt, die sich positiv auf die Pflanzen auswirken. Neben den klassischen Kräuterpräparaten gibt es auch solche, die durch milchsauer vergorenes Getreide erzeugt werden („Original Kanne Bio Brottrunk für Pflanzen“).

Stärkungsmittel aus Wild- und Küchenkräutern selber machen

Zu meinen liebsten gehören Stärkungsmittel wie Ackerschachtelhalm-Brühe, Brennnessel-Jauche, Kaltwasserauszug aus Schafgarbe oder Knoblauchtee. Wichtig ist zunächst die Begriffsbestimmung, denn Jauchen, Brühen, Tees und Kaltwasserauszüge werden nicht nur verschieden hergestellt, sondern sie wirken auch anders.

Tees aus Beinwell, Knoblauch oder Zwiebeln sind sehr beliebt, denn sie sind schnell gemacht. Die Pflanzen werden klein gehackt und einfach mit kochendem Wasser übergossen und müssen nur 15-20 Minuten ziehen. Nach dem Abseihen und Erkalten des Tees versprühst du die befallenen Pflanzen unverdünnt mit einem Handsprühgerät – und zwar mehrere Tage lang bis sie tropfnass sind. Dann sollten die Plagegeister verschwunden sein.

Kaltwasserauszüge brauchen nach dem Zerkleinern der Pflanzen und ansetzen in Regenwasser (bestenfalls) maximal 24 Stunden , um den Pflanzen, zum Beispiel der Schafgabe, die Wirkstoffe zu entlocken.  Sie helfen gegen Schädlinge und Krankheiten.

Jauchen wirken eher wie ein organischer Dünger, weil bei dem zwei bis dreiwöchigem Gärungsprozess in kaltem Wasserbad Nährstoffe freigesetzt werden. Du verdünnst die Jauche mit Wasser beim Ausbringen in einem Verhältnis 1:5. Sehr beliebt ist die Brennnessel-Jauche.  Man kann aber auch Beinwell, Rainfarn oder Hirtentäschel in Form von Jauche verteilen. Selbst eine Mischung aus Küchenkräutern wie Pfefferminze, Schnittlauch , Ysop und Majoran stärken nach dem Gärprozess viele Pflanzen.

Brühen sind etwas aufwendiger in der Zubereitung, denn die dafür vorgesehenen Kräuter müssen 24 Stunden lang im kalten Wasser einweichen bevor sie 30 Minuten lang gekocht werden. Der Ackerschachtelhalm liefert als Brühe immer eine gute Performance. 

Aus klein geschnittenen Brennnesseln lässt sich schnell eine Jauche ansetzen.

Wirkt denn jedes Stärkungsmittel aus Wildkräutern gleich?

Nein. Jedes Wild- oder Heilkraut hat erfahrungsgemäß seine Stärken. Brennnessel-Extrakte helfen Pflanzen auf die Sprünge, wenn sie beim Wachsen ins Stocken geraten. Außerdem verbessern sie die Bodenqualität und vertreiben Läuse durch ihren strengen Duft. Der Ackerschachtelhalm enthält viel Kieselsäure, Kalium und Saponin und stärkt dadurch die Pflanzenzellen, was wiederum die Ausbreitung von Pilzen erschwert, zum Beispiel bei Phlox, Rosen und Tomaten. Knoblauch wirkt vorbeugend gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau. Außerdem schlägt er mit seinem Geruch Schädlinge wie Thripse, Blattläuse und Milben in die Flucht. 

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