Nur die Besten für das Tomatenhaus!

Fotos: Nicolai Stephan

Ob roh, gekocht oder getrocknet – meine Familie und ich lieben Tomaten, aber jeder eine andere. Deshalb baue ich verschiedene Sorten an. Draußen im Tomatenhaus aber erst nach den Eisheiligen.

Meine Tochter mag am liebsten die kleinen, mein Mann die fleischigen und mein Sohn isst Tomaten nur gekocht als Suppe oder Bolognese. Ich mag alle 🙂 Grund genug für mich viele Sorten anzubauen! Seit Jahren pflanze ich Mitte April meine ersten vorgezogenen Exemplare in das Gewächshaus, wo sie geschützt und warm weiter wachsen. In meinem offenen Tomatenhaus aber herrschte bis gestern noch gähnende Leere. Ganz ehrlich: Es  fiel es mir sehr schwer, es noch nicht zu besetzen. Das warme, sonnige Wetter war so verlockend! Aber da ich – Klimawandel hin oder her – um die Eisheiligen weiß, habe ich mich in Geduld geübt. Und es hat sich gelohnt. Dieses Jahr kamen sie pünktlich und mit Macht. Die Temperaturen sanken in der Nacht unter 5 Grad Celsius, zudem zog ein eisiger Wind tagsüber übers Land. Zum Glück gingen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die „kalte Sophie“ genauso schnell wie sie gekommen waren und ich konnte den Tomaten-Nachwuchs gestern pflanzen. Da ich den Boden bereits organisch gedüngt hatte, musste ich ihn nur noch lockern. Ruckzuck landeten ihre getauchten Wurzelballen in einem gepflegten Abstand in der Erde. 

 
Nur die besten für das Tomatenhaus!
Fünf Sorten, die verschiedener nicht sein könnten. Ich bin sehr gespannt, wie sie ticken!
Nur die besten für das Tomatenhaus!
Die Wurzelballen der Tomaten pflanze ich immer so tief ein, dass sie mit etwas Erde bedeckt sind.
Nur die besten fürs Tomatenhaus!
Ich wässere meine Tomaten mit Hilfe eines Tontopfes, den ich in der Nähe ihre Wurzeln eingrabe.

So fühlen sich Tomaten wohl

Gönnt euren Tomaten einen sonnigen Platz in nährstoffreicher Erde. Drei bis fünf Liter Kompost pro Quadratmeter oder eine Kelle organischer Tomatendünger sichern den ersten Appetit. Im Laufe des Sommer füttert ihr das ewig hungrige Gemüse am besten mit einem Flüssigdünger. 

Wie pflanze ich Tomaten?

Hebt das Pflanzloch so tief aus, dass der Wurzelballen etwa zwei Zentimeter unter der Erde liegt. Denn wenn er nicht ganz mit Erde bedeckt ist, trocknet er leicht aus. Bei veredelten Pflanzen muss die verdickte Veredelungsstelle am Stängel nach dem Einpflanzen über der Erde bleiben. Im Beet passen drei Tomaten auf einem Quadratmeter.
Im Tomatenhaus hält man am besten einen Abstand in der Reihe von etwa 50 cm ein. Stehen die Tomaten stets an derselben Stelle, können sich Bodenschädlinge wie Wurzelälchen und die Erreger der Korkwurzelkrankheit stark vermehren. Wechselt deshalb deshalb spätestens nach drei Jahren den Standort!

Tomaten richtig gießen

Am besten wässert ihr eure Tomaten am frühen Morgen. Gießt sie regelmäßig alle zwei bis drei Tage durchdringend, aber nicht erst wenn der Boden völlig ausgetrocknet ist. Die Früchte platzen sonst leicht auf. Denkt bitte daran: Tomaten sollten nicht im Regen stehen. Ausnahme machen Sorten wie Phantasia und Philovita, die eine hohe Toleranz gegenüber der gefürchteten Kraut- und Braunfäule aufzeigen. Die Blätter sollten auch beim Gießen nicht nass werden. Wer ganz sicher gehen will, entfernt die unteren Blätter, sobald die Pflanzen kräftig genug sind. 

Welche Pflege muss sein?

Viele Tomaten brauchen Rankhilfen. Praktisch und leicht zu reinigen sind Spiralstäbe. Säubert die Stäbe  gründlich mit Seifenwasser, um Pilzsporen abzutöten. Auch ein regelmäßiges Ausbrechen der Seitentriebe, die in den Blattachseln sprießen, gehört zum Pflichtprogramm. Dieses sogenannte Ausgeizen ist vor allem bei Stabtomaten nötig, bei kleinfruchtigen Busch-, Cherry- oder Datteltomaten nicht unbedingt. Wenn ihr Wuchs am Rankgerüst zu üppig wird, könnt ihr ruhig einzelne Triebe entfernen. Die pflegeleichten Ampelsorten können frei wachsen.

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