Tomaten anziehen – Gute Sorten für die Aussaat

Tomaten selber aus Samen aussäen macht einfach Spaß. Ich ziehe den Nachwuchs seit Jahren in einem Zimmergewächshaus an. Unter seinem Dach geht es dem jungen Gemüse immer gut. 

Von samenfesten Tomaten-Sorten kannst du im Spätsommer Samen ernten für die Aussaat im nächsten Jahr. Denn sie tragen das gleiche Erbgut der Eltern in sich. Die ausgesäten Nachkommen von gezüchteten Tomaten F1-Hybriden spiegeln nicht die Eigenschaften der Eltern wider.

Es gibt Salattomaten, Eiertomaten, Cherry-Tomaten, Fleischtomaten und Wildtomaten.

Viele Tomatensorten fühlen sich nur in einem Gewächshaus oder Tomatenhaus wohl. Denn sie lieben es warm und trocken. Deshalb sind nur wenig Tomaten für einen Anbau unter freiem Himmel geschaffen. Es gibt aber durchaus leckere Tomaten, die zeitweise kühles, feuchtes Wetter tolerieren und widerstandsfähig gegen Kraut- und Braunfäule sind. Dazu zählen die Wildtomaten oder Sorten wie Phantasia F1.

 

Tomaten aussäen vorbreiten

Welche Sorte von Tomaten darf es denn sein?

Es gibt unendlich viele Tomatensorten für die Aussaat. Da kann man durchaus den Überblick verlieren. Diese Fragen solltest du dir vor dem Einkauf von Tomatensamen stellen:

  • Wo baue ich meine Tomaten an?
    In einem Gewächs- oder Tomatenhaus, im Gemüsegarten, Hochbeeten oder in Töpfen oder Kästen auf einem Balkon?
  • Möchte ich samenfeste Tomaten anbauen oder lieber F-1 Hybriden?
    Von samenfesten Sorten kannst du Samen ernten und davon ausgehen, dass sie ihren Eltern gleichen. Die Nachkommen (Samen) von gezüchteten  F1-Hybriden spiegeln nicht die Eigenschaften der Eltern wider.
  • Lege ich Wert auf Bio-Tomatensamen oder greife ich auch zu konventionellen Tomatensaaten?
  • Wie viel Zeit habe ich für die Pflege?
    Tomaten, die man an Tomatenstäben anbaut, sind etwas pflegeintensiver als buschig wachsende Tomaten, denn du musst sie nicht regelmäßig ausgeizen und aufbinden. 
  • Welche Eigenschaften liebe ich bei Tomaten?
    Es gibt Tomaten in vielen Farben , Formen und Größen. Auch die Geschmacksrichtungen und die Festigkeit der Schalen sind verschieden.

Alle Fruchtformen im Überblick

Salattomaten - die ganz normalen Salattomaten

Meine Sorten-Favoriten: Pilu (Gewächshaus), Rotgelb gestreifte Runde, Harzfeuer, Hellefrucht, Goldene Königin (Freiland) 

  • Hoher Ertrag
  • Typischer Tomatengeschmack
  • werden an Tomatenstäben oder Bändern angebaut
  • in der Regel zwischen 1,80 – 2 m hoch

Fleischtomaten – sind ein bisschen aus der Mode gekommen     

Meine Sorten-Favoriten: Ananastomate, Ochsenherz

  • Wenig Säure, schmecken mild
  • Tragen wenige große Früchte

Eiertomaten – Beliebt in der Küche

Meine Sorten-Favoriten: San Marzano, Purple Russian

  • Mittegroße saftarme Flaschentomaten
  • Pizza- und Ketchuptomaten
  • können mehrere Meter hoch werden

Cherry-Tomaten - Sehr beliebt in Stadt und Land

Meine Sorten-Favoriten: Zuckertraube, Yellow Submarine, Philamina

  • Viele Früchte in Tischtennisballgröße
  • Eintriebig gezogen bis zu 2,5 Meter hoch

Wildtomaten - ein Geschenk für alle Naschkatzen

Meine Sorten-Favoriten: Rote und gelbe Murmel, Golden Current, Friday, Philamina

  • Hunderte kleiner Früchte
  • Wachsen sehr ausladend und buschig

Balkontomaten - pflegeleicht und gesund

 Meine Sorten-Favoriten: Rotkäppchen, Golden Current (Wildtomate für große Töpfe), Bogus Fruchta

  • Wachsen buschförmig

Tomaten im Haus selber anziehen lohnt sich. Allein schon deshalb, weil die besten Tomatensorten nur in Form von Samen verkauft werden. Wichtig ist, dass du unabhängig von deinen geschmacklichen Vorlieben vor dem Einkauf überlegst, welche Tomate zu dir passt. Wenn du ein Gewächshaus oder ein Tomatenhaus hast, bist du fein raus. Denn die meisten Fruchtformen von Salat-, Cocktail- und Fleischtomaten fühlen sich nur in einem Gewächshaus wohl, aber auch in einem Tomatenhaus, wo es warm und trocken ist.

Es gibt aber auch etliche Tomaten, die man ohne ein schützendes Dach über dem Kopf im Garten anbauen kann. Am besten schnappst du dir ein Saattütchen mit Samen von robusten, buschigen Wildtomaten oder Tomaten zum Aufbinden, die nicht anfällig für die Kraut- und Braunfäule sind. Für Balkongärtner gibt es eine Riege leckerer Naschtomaten, die man in kleinen Töpfe halten kann. Wenn du nach der Ernte die Samen der Tomaten sammeln möchtest, solltest du samenfeste Sorten anbauen und keine gezüchteten F1-Hybriden, deren Kinder oft anders ticken als die Eltern.

Schritt für Schritt: Anziehen in Anzuchtschalen mit Erde

Gutes Zubehör für die Aussaat

Leicht gemacht: In Kokos-Quelltabletten aussäen

Fotos (Galerie): @ gardena

Auch wenn es mich spätestens Anfang März in den Fingern juckt, lasse ich die Saatguttüten von Tomaten in der Samenbox. Denn jedes Mal, wenn ich die Aussaat von dem mediterranen Gemüse vor Mitte/Ende März angefangen habe, wuchsen meine kleinen Pflanzen zu langen, staksigen Geschöpfen heran.

Wenn ich in meinem Schrebergarten nur eine überschaubare Anzahl Tomaten anbaue, säe ich Tomaten nicht in großen Kisten mit Anzuchterde aus, sondern nehme für die Aussaat kleine Quelltabletten aus Kokossubstrat. Sie enthalten genau wie Anzuchterden wenig Nährstoffe und haben dieselbe lockere Struktur. Zudem finde ich sie sehr praktisch. Denn das getrocknete Kokosubstrat quillt innerhalb von wenigen Minuten einfach in einer Schale mit lauwarmen Wasser zu kleinen Anzuchttöpfen auf. Das Schöne: Meine Küche bleibt dabei erdkrümelfrei!

Für die Aussaat lege ich jeweils einen Samen in die Vertiefung der Kokosquelltabletten. Da ich gut darin bin, verschiedene Tomaten durcheinander zu würfeln, setze ich die drei Sorten gruppiert und mit Namensschildern versehen in die Schale.

Kokos-Quelltabletten in warmes Wasser legen
Die flachen Kokosquelltabeltten wachsen in lauwarmem Wasser in kurzer Zeit zu kleinen Töpfen heran.
Das Loch der Kokos-Quelltabletten wird für die Aussaat vergrößert
Vor der Aussaat vergrößere ich die vorgestanzten Löcher mit einem Holzstäbchen.
Etiketten für Tomaten-Sorten
Ohne Etiketten geht es nicht, wenn ich verschiedene Tomaten-Sorten auf einmal aussäe.
Tomatensamen in Kokos-Quelltabletten
Jedes Loch wird mit einem Samenkorn bestückt - einfach hinein legen und mit den Fingern schließen.
Tomaten in Quelltabletten aussäen
Ich habe die drei Tomatensorten mit etwas Abstand in Gruppen im Zimmergewächshaus sortiert.
Pflanzenleuchte für die Aussaat von Tomaten
Die Pflanzenleuchte unter dem Gewächshausdach spendet dem Tomaten-Nachwuchs das perfekte Licht zum Wachsen.

Fotos: Nicolai Stephan

Praxis-Tipps rund um die Aussaat

Sehr wichtig während der Anzucht ist, dass ihr die kleine Tomatenschar bei 20 bis 22 Grad Celsius an einem hellen Ort aufstellt. Solange der Gemüsenachwuchs geschützt unter einer Folie oder einem Dach steht, muss man täglich lüften. Während der Anzuchtphase sollte das Substrat nie ganz austrocknen, aber auch nicht ständig im Wasser stehen.

Perfekter Nachwuchs unter einer Pflanzenleuchte

Die letzten Jahre habe ich meine Tomaten auf einer hellen Fensterbank in einem Zimmergewächshaus angezogen. Unter seinem Dach kann ich die Luftfeuchtigkeit hochhalten. Zudem ist der Nachwuchs dort gegen Zugluft und Temperaturschwankungen geschützt. Dieses Jahr steht das Gewächshaus aber nicht auf der Fensterbank. Denn ich habe es mit einer *Anzuchtleuchte ausgestattet. Ich war sehr gespannt wie sich die Sämlinge unter ihrem Lichteinfluss entwickeln.

Bislang tickte jedes kleine Körnchen anders. Während einige Samenkörner bereits nach ein paar Tagen durchstarteten, ließen sich die anderen mehr oder weniger Zeit. Und manche regen sich überhaupt nicht. Wie gut, dass niemand gesehen hat wie oft ich meinen Nachwuchs liebevoll beäugte 🙂 

Dieses Jahr aber sind alle gleichmäßig aufgelaufen und es gab keinen Ausfall. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Diesen Erfolg habe ich wohl auch der Anzuchtleuchte zu verdanken.

Tomaten aussäen und vorziehen
Die Anzuchtleuchte ist an dunklen Tagen und Plätzen im Haus ein echtes Geschenk für Sämlinge.

Wann dürfen die kleinen Sämlinge umziehen?

Sobald die ersten Laubblätter gut zu sehen sind, werde ich den Nachwuchs in größere Jiffy-Töpfe umsetzen. Sämlinge, die ich in Kokos-Quelltabletten angezogen habe, setze ich in größere stabile Kunststofftöpfe in Tomatenerde um. Tomatensämlinge, die ich in einer Schale mit Anzuchterde angezogen habe, pikiere ich häufig in große Jiffy-Töpfe. Sie haben den Vorteil, dass die Tomatenpflanzen ihre offenporigen Topfwände aus torffreiem Kokos-Zellulose-Gemisch leicht durchwurzeln. Folglich müssen die Jungpflanzen nicht ausgetopft werden und das Material der Töpfe wird im Boden rückstandslos abgebaut.

TIPPS: Wenn du siehst, dass deine Tomaten-Sämlinge nicht gut wachsen oder hellgrün und staksig aussehen, fehlt ihnen meist Licht oder Gemüsedünger. Schau, dass du sie mit beiden gut versorgst. Du kannst lange Sämlinge beim Pikieren ruhig etwas tiefer als vorher in die neuer Erde setzen.

Ich stelle die Töpfe im Haus an sehr hellen warmen Platz. Ins Gewächshaus oder in den Garten dürfen die Tomaten erst umziehen, wenn kein Frost mehr droht und die Temperaturen nicht für eine längere Zeit unter 10 Grad Celsius fallen. 

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4 Gedanken zu „Tomaten anziehen – Gute Sorten für die Aussaat“

  1. Herrlich anzuschauen und toll zu lesen, herzlichen Dank für die erneut sehr erfrischende Lektüre!

    Jetzt kribbelt es auch bei mir und möchte auch gerne wieder etwas anziehen!
    Ich besorg mir auch so ein tolles Gewächshaus und die Kokostabletten!

    Antworten
  2. Ziehe auch jedes Jahr verschieden Sorten, nur nach dem Umsetzen in kleine Töpfe, ca. 6 bis 8 Wochen vor dem Umzug nach außen, wurzeld sie nicht richtig durch.
    Dieses Jahr sind auch viele nach dem Umpflanzen erst welk geworden und dann eingegangen.
    Bis sie richtig außen anwachsen dauert es dann min. 2 Wochen. Erst dann können sie richtig „in die Höhe schießen“.
    Hast Du Tips?

    Gruß,
    Darius

    Antworten
    • Lieber Darius.
      entschuldige die späte Antwort…ich war im Urlaub. Ich denke, du hast es mit dem Gießen zu gut gemeint. In den ersten Tagen nach der Aussaat halte ich die kleinen Topfballen immer feucht. Sobald aber die Keimlinge etwas größer sind, lasse ich die Erde schon mal kurz austrocknen. Denn dann „suchen“ sie Wasser und bilden mehr Wurzeln. Auch das Welken spricht dafür, dass du zu viel gießt. Denn wenn die Erde dauernass ist oder ständig Wasser im Untersetzer steht, dann machen sich im Boden Pilze breit, die die Pflanzen zum Welken bringen. Wichtig ist auch, dass du die Samen der Tomaten in Aussaaterde ausäst. Sie hat eine locker-luftige Struktur. Ich hoffe, ich habe dir helfen können! Herzliche Grüße Antje

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