Akeleien gehören zu den Stauden, die gerne durch den Garten ziehen und blühen, wo sie wollen. Ich lasse es mir nicht nehmen, ihre Wanderlust ein wenig zu steuern.

Foto: Eva Wunderlich

Nun stehen sie da, die vertrockneten Samenstände meiner Akeleien (Aquilegia vulgaris). Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass ihre Blüten im Frühsommer als blau-violetter Streifen das Haus eingerahmten. Gut zu wissen, dass sie das auch nächstes Jahr wieder tun werden! Denn Akeleien säen sich selbstständig gut aus und lassen ihre schwarzen, glänzenden Samen einfach fallen, wo sie stehen. Viele trägt aber auch der Wind mit sich fort und verfrachtet sie in andere Beete oder Fugen, die sie gleichermaßen unbeirrt erobern. Zudem ist mir aufgefallen, dass sie mit Vorliebe meine schmalen Wegstellen bevölkern. Ich habe den Verdacht, dass mein Hund dabei ordentlich nachhilft. Denn die Früchte verhaken sich in seinem Fell und schleudern ihre Körnchen in alle Richtungen, sobald er an den Pflanzen entlang streift.

 

Heißer Tipp fürs Guerilla-Gardening

Ich liebe es, wenn Akeleien überraschend ein neues Terrain erobern. Doch hin und wieder treiben die Hahnenfußgewächse es doch zu bunt! Sobald sie meine Kräuter und Sommerblumen verdrängen, jäte ich sie auch mal beherzt. Oder ich schneide ihre trockenen Stängel samt ihrer Fruchtstände ab und spiele selbst Schicksal. Einmal hatte ich die Idee, dass es doch schön für alle wäre, wenn meine Akeleien vor meinem Zaun sichtbar den Gehsteig schmücken. Also nahm ich die trockenen Samenstände und fuhr damit beherzt ratternd von außen am Zaun entlang. Siehe da – im Herbst lugten kleine Pflanzen unter den Latten hervor. Ein andermal fand ich, dass der Nachbargarten mehr Blüten vertragen könnte  und schüttelte büschelweise die Samenkapseln im Dunkel der Nacht über seine hölzerne Sichtschutzwand aus…

Für ein langes, gesundes Leben

Akeleien zählen zu den kurzlebigen Stauden. Deshalb wachsen sie nur wenige Jahre an Ort und Stelle. Nach der Blüte wird ihr Laub etwas unansehnlich, vor allem, wenn man die Samen ausreifen lässt. Schneidet man alles Verblühte frühzeitig ab, bleiben Akeleien vitaler und überraschen im Spätsommer manchmal mit ein paar Blüten. Ich lasse die Schere lieber im Schrank und warte stattdessen, dass meine Katzenminzen und Storchschnabel ihre Blätter kaschieren.