Dass ich Nelken gern mag, habe ich lange Zeit nicht getraut zu sagen. Als uncool galt sie: das Knopfloch-Blümchen biederer Herren, die Herrin gestriger Steingärten. Und plötzlich –  wie durch Zauberhand mischt die Nelke wieder im Reigen der Trend-Blumen mit. Und ich auch!

Es war wirklich schwierig, sich für eine zu entscheiden! Die Auswahl an Nelken schien unendlich zu sein! Und gleichgültig, welche in in den Händen hielt: Alle dufteten derart unwiderstehlich und auch ihre Farben passten zusammen. Insofern trug ich in einem großen Korbkasten viele Nelken-Schätze nach Hause: dicht gefüllte Federnelken, einfarbige Garten-Nelken, zweifarbige Prinzess-Nelken und kräftig gefärbte Duftnelken.

Wenn ich demnächst die Verwelkten ausputze, schneide ich bestimmt ein, zwei tadellose Blüten mit ab. Stecke mir die eine an den Blazer und die andere in meine kleine antike Vase vom Trödel. Ach, das wird herrlich!

 

Fotos: Eva Wunderlich

Magere Erde, intensiver Duft

Nelken blühen unterschiedlich lang. Die Federnelke (Dianthus plumarius) von April bis Juli, die Prinzess-Nelke und Gartennelke (Dianthus caryophyllus) sogar bis in den Oktober hinein. Dauerhaft wohl fühlen sie sich in einem lockeren, kalkhaltigen Boden. Weil sie auch noch sehr sonnenverliebt sind, ist ein trockener Steingarten der perfekte Ort für die ursprünglichen Hang-Bewohner. Ihren angenehmen Duft verströmen ihre nostalgischen Blüten aber auch auf den Kronen von Trockenmauern, in Blumenkästen mit einem gutem Wasserabzug oder in Hanging Baskets.  Das Schöne ist, dass sie es einem lange verzeihen, wenn man das Gießen vergisst. Nelken reagieren im Winter sehr empfindlich auf einen zu nassen Boden. Andauernde Nässe überleben sie nicht. Deshalb tut man gut daran, die Stauden in Gefäßen vor Regen geschützt aufzustellen.