Winterliches Blütentreiben im Haus

Foto: Garten Flora / Olaf Szczepaniak

Im Winter freue ich mich an den Blüten von Amaryllis, Weihnachtsnarzissen und Barbarazweigen. Wie man die Zwiebelblumen und Gehölze in Töpfen, Schalen und Gläsern zum Blühen bringt, zeige ich euch Schritt für Schritt in der Dezember-Ausgabe vom Magazin Garten Flora. Es lohnt sich, dem winterlichen Blütentreiben zuzuschauen!

Die bunten Herbstblätter sind noch nicht alle von den Bäumen getrudelt…aber gefühlt steht Weihnachten bereits vor der Tür. Die kommenden Wochenenden füllen sich nach und nach mit schönen Terminen und ich beginne, mich auf die gemütliche Zeit zu freuen. Seitdem meine Sprösslinge “junge Erwachsene” sind,  ist die kindliche Weihnachtszauber-Deko in unserem Haus einer überschaubaren Anzahl von schmuckvollen Hinguckern gewichen. Insofern kann ich die Lücken mit  klassischen Winterblühern wie Amaryllis und Barbarazweige bestücken.

Im Magazin Garten Flora zeige ich euch im Praxisteil der Dezember-Ausgabe 2021 wie das Antreiben von Amaryllis, Weihnachtsnarzissen und Barbarazweigen funktioniert. Aber es gibt noch viel mehr unterhaltsame und lehrreiche Themen im Heft: Besonders gut haben mir gefallen: Advent in der Gartenakademie; Mit Kohldampf durch den Winter und: Nachhaltige Weihnachten gefallen. 

Amaryllis - Die Diva unter den Zwiebelblumen

Amaryllis sind wunderbar! Ohne viel Zutun strecken sie im Winter ihren Blütenschaft Zentimeter für Zentimeter in die Höhe und eh man sich versieht, entfalten sich Blüten, deren exotischer Charme immer wieder überrascht. Das Geheimnis des Erfolgs ist nicht mein grünerDaumen, sondern steckt in der Zwiebel. Je mehr Reserven sie gespeichert hat, umso schöner fällt die Amaryllisblüte aus. Deshalb habe ich beim Einkaufen darauf geachtet, dass sie sich fest anfühlen und keine Faulstellen haben. 

Amaryllis-Sorten, die große Blüten öffnen, neigen erfahrungsgemäß leider dazu, nach dem Aufblühen in Töpfen und Gläsern umzukippen. Dieser Umstand hat mir schon einige Scherben beschert. Deshalb begeistere ich mich seit ein paar Jahren für kurzstielige Sorten, oder solche die kleine filigrane Blüten tragen. 

Amaryllis im Topf
Ich pflanze die Amaryllis nur so tief in den Tontopf, dass ein Drittel der Zwiebel aus der Erde ragt. Nach dem Einpflanzen gieße ich die Amaryllis an. Und schütte das restliche Gießwasser aus dem Untersetzer.
Amaryllis in der Vase
Langstielige Amaryllis arrangiere ich in hohen Glasvasen zusammen mit blühenden Zweigen wie die der Japanischen Zierquitte. Damit die Blüten lange halten, schneide ich die Stängel mit einem scharfen Messer an und umwickle sie anschließend am unteren Ende fest mit Tesafilm.
Amarylliszwieben im Amaryllisglas
Für das Antreiben vom Amarylliszwiebeln in Gläsern gibt es spezielle Modelle. Es ist spannend zu sehen, wie schnell die nackten Wurzeln wachsen, um dann im Wasser abzutauchen. Die Amarylliszwiebel selbst darf das Wasser nicht berühren, sonst fault sie.

Weihnachtsnarzissen in der Schale vortreiben

Clevere Gärtner erfanden im 18. Jahrhundert die Zwiebeltreiberei. Beliebte Protagonisten waren Hyazinthen. Man brachte sie im Winter zum Blühen, indem man ihnen durch gezielte Kälte-, Wärme- und Lichtreize das beginnende Frühjahr vorgaukelte. Das winterliche Blütentreiben funktioniert aber auch bei Narzissen und Tulpen – und das sogar viel einfacher!

Für mich war das Antreiben von Narzissen Neuland. Insofern war ich überrascht wie schnell die Sorte ‘Paperwhite’ nach dem Verteilen der Zwiebeln auf dem Kiesbett in der Schale gewachsen sind. Und zwar in alle Richtungen. Was wahrscheinlich dem Umstand geschuldet war, dass ich sie zu warm aufgestellt hatte. Das muntere Durcheinander der Stängel und der Transport ins Fotostudio hat mich einige Schweißperlen gekostet. Ihr Duft geisterte noch ein paar Tage länger im Auto herum. Was soll ich sagen: Der Rest der Familie war “not amused” 🙂

Zimmernarzissen antreiben
Narzissenzwiebeln sprießen auch ohne Erde. Dazu Wasser und Kieselsteine in eine flache Schale füllen und die Zwiebeln aufsetzen. Immer wieder Wasser nachfüllen, aber nur so viel, dass die Zwiebeln nicht darin stehen.
Blütenporträt Zimmernarzisse Paperwhite
Nach etwa vier Wochen öffnen sich die weißen Blüten der Narzissen Paperwhite. An ihrem intensiven Duft scheiden sich die Geister.

Tradition: Süßkirsche für Barbarazweige scheiden

Barbarazweige

Am 4. Dezember werden nach einem alten Brauch Zweige von Süß- und Zierkirschen geschnitten, damit sie zu Weihnachten blühen. Für Barbarazweige könnt ihr aber auch viele Ziergehölze verwenden, zum Beispiel die Japanische Zierquitte, Goldregen, Schlehe, Ginster, Forsythien oder Zierpflaume. 

Alle Fotos: Garten Flora/ Olaf Szczepaniak; Produktion Antje große Feldhaus

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