Viel Giersch im Garten? Finde ich nicht mehr schlimm. Insbesondere, weil ich weiß, dass er viele Talente hat. Zum Beispiel als gesundes Aroma für Limonade.

Den Giersch in meinem Garten gibt es wahrscheinlich schon viel länger als ich lebe. Im Grunde genommen war der ganze Garten eine Gierschwiese, als wir aufeinander trafen. Prächtig entwickelt, mit sattgrünen stattlichen Blättern und üppigen weißen Blütendolden im Juni. Giersch statt Gras, Giersch statt Blumen.

Anfangs machte ich mir die Mühe, ihn mit der Grabegabel aus dem Boden zu heben. Zu meiner Freude ging das erstaunlich gut. Denn mein Boden ist leicht und das flache weiße Wurzelgeflecht hielt zusammen, als hätte es jemand gehäkelt. Doch so sehr ich auch aufpasste: Beim Buddeln brach hier und dort ein Stückchen von den Wurzeln ab und fiel ins Beet zurück. Blöd, dass jedes noch so kleine Teil schnell wieder austrieb und die frisch gepflanzten Stauden unterwanderte.

Inzwischen arbeite ich nicht mehr mit der Grabegabel gegen ihn an, sondern rupfe das Laub einfach ab. Hauptsache, das Kraut kommt nicht zum Blühen. Die Blätter nehme ich zum Mulchen zwischen Blumen, als Futter für Kaninchen – und als Zutat für Giersch-Limonade.

Leckeres Rezept gegen den Durst

Das feinste Aroma haben jungen Blätter. Ich spüle sie kurz ab und knete sie ein wenig durch, damit sie weich werden und der Saft austritt. Eine Handvoll davon lasse ich in einem Krug mit Apfelsaft wenige Stunden ziehen. Ein paar Scheiben Zitronen dazu, oder auch ein Stückchen Ingwer – fertig. Verdünnt mit eisgekühltem Mineralwasser serviere ich mir und meinen Lieben eine wunderbar erfrischende Limonade.