Am liebsten fange ich das Aroma der Quitten in Form von Gelee ein. Im Lauf der Jahre habe ich viele Rezepte ausprobiert. Eins davon möchte ich mit euch teilen. Denn es schmeckt einfach großartig. Und schöne Etiketten für Gläser gibt’s gratis dazu!

Quitten und Orange ergeben zusammen ein köstliches Gelee. Foto: Nicolai Stephan

Wie alles begann…

Seit meiner Kindheit finde das Aroma von Quitten unwiderstehlich! Das erste Mal habe ich den Duft in unserem Pfarrhaus wahrgenommen: Dort stand die Frau vom Pastor in ihrer imposanten Küche und zerstückelte die gelben Früchte hingebungsvoll mit einem riesigem Messer. Meine Mutter fand diesen Anblick auch sehr inspirierend. Und nahm freudestrahlend einen Eimer voll Früchte mit. Allerdings war sie ein Jahr später nicht noch einmal gewillt, Gelee oder Brot aus Quitten zu zaubern.

Im Nachhinein kann ich sie verstehen: Quitten zu verarbeiten ist schlicht und ergreifend ein anstrengendes Unterfangen. Den steinharten Früchten ihr Aroma zu entlocken kostet Kraft, Zeit und wenn es gut werden soll, ein wenig Feingefühl beim Gelieren. Eben mal husch, husch ist da nicht. Und wenn ich so darüber nachdenke: Eigentlich ist es gut, dass zwölf Monate ins Land ziehen, bevor es wieder Quitten gibt. Bis dahin vergesse ich die Mühe. Außerdem mache ich es mir grundsätzlich leichter und beschränke mich auf das Kochen von Gelee. Und bin stolz wie Bolle, wenn es mich perfekt geliert aus den Gläsern anleuchtet. Hier kommt mein Quitten-Rezept. Ich freu mich, wenn ihr es ausprobiert und noch mehr über euer Feedback!

Mein Lieblingsrezept für Gelee im Glas

Ich reibe etwa 1,5 kg Quitten mit einem trockenen Tuch ab, um den weißen Flaum zu entfernen und fülle eine große Schüssel mit sieben Esslöffel Zitronensaft und zwei Liter Wasser. Anschließend schneide ich die Quitten mit einem schweren, scharfen Messer in grobe Stücke und entferne die Stiel- und Blütenansätze. Sobald ich eine Quitte zerstückelt habe, landet sie sofort im Zitronenwasser, damit sich ihr Fruchtfleisch nicht verfärbt. Sobald ich mit dem Zerkleinern fertig bin, ziehe ich die Quittenstücke mit dem Abseihlöffel in einen großen Topf um. Ich schütte wieder 500 ml vom Zitronenwasser dazu und koche die Quittenstücke zugedeckt 30–40 Minuten lang bei milder Hitze weich. Den Saft lasse ich über Nacht durch ein Tuch ablaufen. Am nächsten Tag fülle ich den Quittensaft mit frisch ausgepresstem Orangensaft auf 900 ml auf. Ich rühre 300 g Gelierzucker (3:1) unter und koche den Saft unter Rühren drei Minuten lang sprudelnd auf. Mithilfe eines Trichters fülle ich die sterilisierten Gläser randvoll auf. Verschließe sie fest und stelle sie für ein paar Minuten auf den Kopf.

Handgezeichnete Quitten-Etiketten

Da Elisabeth, Britta und ich finden, dass Gläser mit liebevoll gekochten Gelee aus Quitten schöne Etiketten tragen sollten, hat unsere sehr talentierte Britta etwas für euch vorbereitet: Einmal Etiketten in zartem Pastell und einmal die schlichte Variante zum Selberausmalen in Schwarz-Weiß. Die Etiketten sind passend zu den Etikettenbögen von Herma mit je 12 runden Etiketten auf DIN A4.

 

Wann darf ich Quitten ernten?

In der Regel sind Quitten in der ersten Oktoberhälfte reif. Man kann mit der Ernte beginnen, wenn sich die Quitten von Zitronengelb nach Goldgelb färben. Und sie langsam ihren Pflaum verlieren. Solange die Früchte keine großen braunen Stellen bekommen, dürfen sie gern im Baum hängen bleiben, denn die herbstlichen Sonnenstrahlen geben den Quitten das richtige Aroma. Droht der erste Nachtfrost, solltet ihr eure Quitten sofort ernten, denn Minusgrade wirken sich ungünstig auf den Geschmack aus. Für Gelee müssen die Quitten frühzeitig geerntet werden, weil ihr Pektingehalt mit beginnender Reife am höchsten ist. Wichtig: Vor der Weiterverarbeitung muss die Flaumschicht abgerubbelt werden! Denn sie beeinflusst den Geschmack negativ. Am besten nimmt man dafür ein altes Geschirrhandtuch.