Als echtes norddeutsches Gewächs liebe ich Grünkohl. Er ist nicht nur lecker, sondern auch eine Schönheit im Beet. Besonders im Winter, wenn der Frost seine Blätter in glitzernde Kunstwerke verwandelt.

Grünkohl, der botanisch den klangvollen Namen Brassica oleracea var. sabellica trägt,  gehört zu den Gemüsen, die sich am wohlsten in einem humus- und nährstoffreichen durchlässigen Boden in voller Sonne fühlen. Aber zum Glück für mich wächst der Starkzehrer auch auf ärmeren Sand, sofern man das Gemüsebeet im Frühling mit Kompost aufbessert: Rund drei bis fünf Liter pro Quadratmeter sollten es schon sein. Zudem fordert er im Sommer eine regelmäßige Versorgung. Ich gönne ihm eine Portion organischen Gemüsedünger, ab und an eine Kanne Brennnesseljauche und Wasser pur, letzteres insbesondere wenn er seinen hübschen Blattschopf bildet.

Dass der Grünkohl eine lange Weile zum Großwerden braucht, stört mich nicht. Wenn ich ihn im Juni pflanze, kann ich ihn je nach Sorte von Mitte Oktober bis Mitte März ernten. Tipp: Nach dem Anwachsen fördert ein Anhäufeln der Pflanzen das Wurzelwachstum. 

Wer seinen Grünkohl vorbeugend gegen Weiße Fliege und den verfressenen Raupen vom Kohlweißling schützen möchte, sollte ihn mit Gemüsenetzen abdecken. Gegen den Überfall von Erdflöhen können sie aber leider nichts ausrichten. Die Käfer treten häufig im Mai und bei trockenem Wetter auf und beißen rundliche Löcher in die Blätter. Man sollte als Gegenmaßnahme die Beete immer gut lockern und feucht halten.

Grünkohl hält Minusgrade im Winter gut aus. Nur bei Kahlfrösten decke ich ihn vorsichtshalber ab, vor allem wenn es windig ist.

Welche Sorte ist für Sie die richtige?

Moderne Sorten wie ‘Reflex’, ‘Winterbor’ und ‘Winnetou’ enthalten mehr Zucker und weniger Bitterstoffe, sodass sie ohne „Kältewellen“ den herbsüßen Geschmack preisgeben. Anders verhält es sich mit der traditionellen Sorte ‘Lerchenzunge‘. Sie braucht Frost, um genießbar zu sein.  Ihr würziges Aroma entwickelt sich erst spät. Sie ist bei älteren Gärtnern nach wie vor sehr beliebt.

Eine Besonderheit ist der Toskanische Palmkohl ´Black Magic´. Durch seinen kompakten Wuchs eignet sich er sich auch  für Kübel und Hochbeete. Der Geschmack der dichten Blattrosette aus dunkelgrünen, schmalen Blättern ist intensiv und aromatisch. Die jungen Blätter können schon im Sommer für Salate und Smoothies verwendet werden. Er gehört zu den winterharten Sorten, so dass die Blätter bis in den Februar geerntet werden können.
Foto: Olaf Szczepaniak