Pflanzenschutz im Winter: Richtig überwintern bei Nässe und Frost

@gardena

Frost und Nässe machen in unseren Gefilden einigen Pflanzen im Garten schwer zu schaffen. Insofern ist es wichtig zu wissen, welche Arten einen Winterschutz brauchen. 

Rosen im Winter beschützen

Frisch gepflanzte Rosen musst du im Winter immer gut beschützen. Bei etablierten Rosen hängt die Kälteempfindlichkeit von ihrer Herkunft und dem Standort im Garten ab.

Beetrosen schützen bei frostigen Temperaturen

In rauen Lagen ist es ratsam, die empfindsame Veredelungsstelle von Beetrosen, Edelrosen und Strauchrosen mit einer Mischung aus Laub und Komposterde  etwa 20 cm hoch anzuhäufeln. Wildrosen wie Bibernellrosen und Kartoffelrosen, aber auch viele historische Rosenarten kommen im Garten ohne ein Anhäufeln bei Minusgraden gut zurecht.

  • Ggfs. Unkraut entfernen
  •  Rosentriebe mit Komposterde, Pflanzerde oder Lauberde ca. 15 – 20 cm hoch anhäufeln
  • Bei empfindlichen Rosen bzw. an sehr rauen Standorten zusätzlich Fichtenreisig zwischen die Triebe hängen

Winterschutz für Rosenhochstamm

  • Sind die Triebe von einem Rosen-Hochstäamm zu lang, um die gesamte Krone mit einem Vlies umhüllen zu können, solltest du die Rosentriebe bereits im späten Herbst mit der Schere stutzen – aber nur so weit, wie unbedingt nötig
  • Stecke zu Beginn des Winters möglichst viel Fichtenreisig zwischen die Triebe der Krone von deinem Rosen-Hochstamm
  • Hülle danach die gesamte Krone mit einem durchlässigem warmen Vlies ein
  • Zum Schluss umwickelst du die Veredlungsstelle unterhalb der Krone zusätzlich mit einem Jutestreifen
  • Schütte auf „nackten“ Böden eine Schicht aus Laub und Kompost auf

Kletterrosen an Hauswänden vor Frost sichern

  • Stecke für den Winterschutz Fichtenreisig zwischen die Triebe der Kletterrosen 
  • Häufele am Fuß der Kletterrose Komposterde an, denn in rauen Lagen braucht die Veredelungsstelle zusätzlich Schutz.

Ketter- und Ramblerrosen an Rosenbögen im Winter helfen

Die Gefahr der Frosttrocknis ist an frei stehenden Rosenbögen besonders groß. Deshalb solltest du die Triebe deiner Kletter- oder Ramblerrosen am Bogen schützen, indem du sie rundum überlappend mit Fichtenzweige bedeckst – und zwar in Lagen mit den Nadeln nach unten an. So läuft das Regenwasser rasch ab.

Winterschutz für wintergrüne Pflanzen im Garten

In den Monaten Januar und Februar treten häufig Kahlfröste auf. Von Kahlfrösten spricht man, wenn es starken Dauerfrost gibt, ohne dass eine – für die Pflanzen schützende – Schneedecke vorhanden ist. Solche Situationen können für wintergrüne Pflanzen problematisch werden, insbesondere dann, wenn die Pflanzen an sonnigen Standorten im Garten stehen. Durch die wärmenden Sonnenstrahlen werden die Pflanzen zur Verdunstung angeregt, können aber aus dem gefrorenen Boden keinen Wassernachschub bekommen. Im Extremfall vertrocknen die Pflanzen. Diesen Zustand, bedingt durch Sonne und Frost nennt man „Frosttrocknis“. Du kannst deine immergrünen Pflanzen vor Frosttrocknis schützen, indem du etwas Reisig oder dünnes Vlies bereitlegst und bei einsetzenden Kahlfrösten abdeckst. Sinn und Zweck ist es, das wintergrüne Laub zu beschatten, so dass die Verdunstung reduziert wird – dabei geht es meist nicht um Kälteschutz.

Frostrocknis verhindern bei Immergrünen Gehölze

Buchs

Kirschlorbeer

Gelbe Japanstechpalme

Glanzmispel

Immergrüne Gehölze sollten in frostigen, sonnigen Perioden abgedeckt werden – insbesondere dort, wo sie eisigem Wind ausgesetzt sind.

Gehölze in Beeten

  • den Boden mit einer Laubschicht bedecken
  • Ein leichtes Bio-Vlies überlegen
  • An frostfreien Tagen leicht wässern.

Gehölze in Kübeln

  • Ein warmes Bio-Vlies überlegen
  • An frostfreien Tagen leicht wässern.
  • Töpfe dick in Noppenfolie und Jute einpacken
  • An einen halbschattigen Platz stellen.

Frostempfindliche Gräser im Garten vor Nässe schützen

Pampasgras

Seggen

 

  • Gräser im Herbst nicht zurückschneiden.
  • Blätter mit Kokosstrick zusammenbinden (das Herz der Pflanzen vor zu viel Nässe schützen)
  • Zusätzlich eine dicke Schicht Laub rings um den Fuß anhäufeln

Wintermantel – Bambus vor Kälte und Nässe schützen

Bambus Winterschutz-Light-Version

  • Den Boden rund um den Bambus mit trockenem Herbstlaub oder Stroh bedecken. Dies schützt die flachwachsenden Rhizome beim Überwintern.

  • Schattieren durch lockeres Zusammenbinden der Halme.

  • Alternativ eine *Winterschutzhaube überstülpen

  • Ggfs. die Haube am Grund bescheren

Bambus-Winterschutz-Hardcore-Variante

  • Einem mindestens 50 Zentimeter hohen *Hasendraht kreisförmig um den Bambus aufstellen.

  • Hasendrahtkorb bei tieferen Frösten mit einer ca. 30 Zentimeter dick gepressten Strohschicht füllen

  • Anschließend mit einer Folie vor Niederschlägen abdecken, denn nur trockenes Material bietet einen optimalen Winterschutz.

  • Bei kalten Winden ein *Winterschutz-Vlies (85 – 120 g) überstülpen und/oder mit mit einer Schilfmatte beschützen  

Wie wintergrüne und empfindsame Stauden am besten überwintern

Eine Schicht aus Laub und Pflanzenresten schützt in der Natur den Boden. Orientiere dich an diesem Vorbild und lasse möglichst viel Herbstlaub auf den Beeten und unter Sträuchern liegen. Besonders die oberste Bodenschicht, die Krume, braucht Schutz und Pflege – gerade im Herbst und Winter. Fehlt die schützende Decke trocknet die Wintersonne den Boden aus, und der Wind bläst die feine, krümelige Erde davon. Viele Bodenlebewesen fallen dem Frost zum Opfer oder wandern in tiefere Schichten ab.

Wenn du nicht genug Laub hast, um alle Flächen abzudecken, kannst du auch ein Erde-Laub-Gemisch verteilen. Zwischen den Stauden sollte die Mulchschicht nur 3 bis 5 cm dick sein. Unter Ziersträuchern und Gehölzen darf sie dagegen ruhig etwas dicker gestreut werden. Erdbeeren kannst du für die Überwinterung auch mit klein gehäckselten Stroh mulchen. Steingärten und niedrige Immergrüne sollten frei von Laubschichten bleiben.

Wintergrüne Stauden

Heuchera

Luzula

Garten-Yucca

Empfindsame Stauden

Gaura

Penstemon

Herbstchrysanthemen oder

Anemone huphensis/japonica)

  • Bestenfalls den Boden zwischen den Stauden oberflächlich lockern
  • Staudenbeete mit 3-5 cm Laub mulchen
  • Verästeltes Fichtengrün auflegen, damit das Laub auf den empfindlichen Stauden nicht wegweht

Knollen- und Zwiebelblumen gegen Frost und Winternässe schützen

Vor starkem Frost schützen

Knollenblumen wie Dahlien, Gladiolen, Indisches Blumenrohr (Canna) und Knollenbegonien (Begonia) und Kronen-Anemonen müssen im Herbst ausgegraben und frostfrei, kühl und dunkel gelagert werden. Auch die Knollen und Zwiebeln der Pflanzen, die den Sommer über in Töpfen geblüht haben, werden von der Blumenerde befreit und geschützt über den Winter gebracht.

Dahlien

Gladiolen

Indisches Blumenrohr

Knollenbegonien

 

  • Alle Stängel etwa eine handbreit über dem Boden abschneiden
  • Vorsichtig mit einer Grabegabel ausheben
  • Knollen samt Erdballen nebeneinander in eine große Kiste legen
  • Knollen dunkel und kühl bei 5 Grad Celsius im Keller überwintern
  • Alternative: Einlagern in Sand oder alter Blumenerde kann verhindern, dass die Dahlienknollen zu stark schrumpfen (warmer Keller).

In mildem Klima winterhart

Lilien, Montbretien (Crocosmia), die orange-gelben Sorten der Inkalilie (Alstroemeria) und Kronen-Anemonen (Anemone coronaria) überdauern in Landstrichen mit milden Wintern ohne Schaden im Boden. Exemplare im Topf können draußen überwintern, sollten aber an einen vor Wind und Regen geschützten Platz gestellt werden. Die Erde in den Töpfen darf jedoch nicht komplett durchfrieren. Bei sehr kalter Witterung ist es ratsam, sie in die Garage oder ins ungeheizte Gartenhäuschen zu stellen.

orange-gelbe Sorten der Inkalilie (Alstroemeria)

Lilien

Montbretien (Crocosmia)

  • Die Blätter zusammenbinden
  • Zum Schutz der Knollen rundum eine dicke Schicht Laub aufschütten
  • Alternativ: Knollen ausgraben und frostfrei lagern (siehe oben)

Mediterrane Kräuter im Winter behüten

  • Salbeisorten, Thymian, Oregano in den Beeten mit einem Zaun aus Maschendraht umgeben
  • trockenes Stroh oder Laub in die Zwischenräume füllen.
  • Alternativ einfach mit Laub und Reisig abdecken
  • Große Exemplare (z.B. Rosmarin oder Lavendel) mit einem Vlies bei Frostrocknis abdecken
  • Heller, kühler Platz im Winter: Strauchbasilikum, Zitronenverbene und Fruchtsalbei-Sorten

Einige Gemüse brauchen einen Winterschutz

So bringst du deine Artischocken gut durch die kalte Jahreszeit

Wer große Blüten von der Artischocke (Cynara) ernten möchte, muss die Pflanzen über den Winter bringen. Bei den meisten Sorten entwickeln die sich nämlich erst im zweiten Sommer. Leichten Frost übersteht das Gemüse unbeschadet. Bei Dauerfrost braucht es aber Schutz.

Häufeln Sie rund um die Pflanze etwa 20 cm hoch Erde an und bedecken Sie den Wurzelbereich mit Fichtenzweigen. Dann werden die Blätter mit einem dünnen Gemüsevlies abgedeckt. So sind sie auch vor Nässe und damit vor Fäulnis geschützt.

Johannisbeeren-Hochstamm im Kübel einpacken

Ein Johannisbeer-Hochstamm im Topf ist ein sensibles Wesen. Besonders im Winter, wenn es sehr kalt und sonnig ist, muss es gut behütet werden. Ich zeige dir einen guten Winterschutz.

Johannisbeer-Hochstamm sind in der kalten Jahreszeit besonders gefährdet, weil ihre dünnen Triebe und die Veredelungsstelle unterhalb der Krone frostempfindlich sind. Gleichzeitig lassen Temperaturschwankungen die Rinde vom Beerenobst am nacktem Stamm schnell reißen. Insofern trieb mich die Wettervorhersage spontan an, mein Johannisbeer-Hochstamm gegen Wind und Frost zu wappnen. Damit die Erde im Kübel nicht dauerhaft durchfriert, packe ich ihn rundum mit einer dicken Kokosmatte ein. Die Krone vom Johannisbeer-Hochstamm beschütze ich mit einem Jutegewebe. Ich hätte dafür lieber eine Vlieshaube genommen, da Jute sich schnell mit Wasser vollsaugt und die Triebe belastet. Aber leider hatte ich keins zur Hand. Sicherheitshalber werde das Johannisbeeren-Hochstamm unter dem Vordach positionieren, wo es die nächsten Wochen vor Regen und Wind geschützt steht.

Johannisbeeren-Hochstämmchen Krone einpacken
Ein Gewebe schützt die jungen Triebe und die direkt unter der Krone liegende Veredelungsstelle. Damit das Geweb nicht zu schwer auf den Treiben lastet, stelle ich das Johannibeer-Stämmchen an einen überdachten Platz auf.
Hochstämmchen im Kübel Winterschutz
Nun geht es ab in den Schatten, denn die Rinde sollte möglichst nicht der Sonne ausgesetzt sein. Sonst reißt sie ein. Wenn du kein schattigen Ort hast, wickelst du den Stamm einfach mit einem Juteband ein oder streichst ihn mit einem Kalkanstrich ein.

Winterschutz-Materialkunde: Warme Mäntel für Töpfe und Pflanzen

1. Noppenfolie isoliert dank der Luftpolster hervorragend.
Man umwickelt mit ihr aber nur Töpfe, nicht die Pflanzen selbst. Weil die Folie keine Luft durchlässt, entsteht leicht Fäulnis.
2. Jutefilz ist weniger luftdurchlässig als Jutegewebe und eignet sich zum isolierenden Umkleiden von Töpfen. Man kann auch
die Stämme von empfindlichen Gehölzen damit umwickeln.
3. *Winterschutzvlies ist leicht, lässt viel Luft durch. Abhängig von der Dicke des Gewebes schützt der Wintermantel oberirdische Pflanzenteile mehr oder weniger tiefen Temperaturen.
4. Jutegewebe schützt vor Sonne und Wind und lässt viel Luft durch. Daher schützt man damit oberirdische Pflanzenteile.
5. Kokosmatten sind besonders dick – ideal, um sie als Unterlage für Töpfe oder als Alternative für Noppenfolie zu verwenden.
6. Strohmatten lassen sich gut um Stämme wickeln und kaschieren die unattraktive Noppenfolie.

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