Microgreens – Superfood von der Fensterbank

Microgreens sind als Superfood in aller Munde. Insofern war es mir ein Anliegen das Thema für das Magazin Garten Flora zu produzieren. Und es hat mich fasziniert, wie viele verschiedene Varianten bei der Anzucht der kleinen Gemüse und Kräuter möglich sind.

Microgreens im Magazin Garten Flora 01/2022

Microgreens Rote Bete

DIY Microgreens Erbsen

Ich muss gestehen: Diese Fotoproduktion war nicht einfach. Denn ich hatte mich noch nie mit dem Thema Microgreens auseinandergesetzt und musste intensiv recherchieren. Leider ging es auf vielen Seiten im Netz bei den Begrifflichkeiten munter drüber und drunter. Erst das Buch „Sprossen und Mikrogrün“ von Angelika Fürstler hat mich in die Welt der „Mini-Gemüse und Mini-Kräuter“ lehrreich eintauchen lassen.

Was mich wirklich begeistert hat, war auf wie viele Arten man die Pflänzchen anziehen kann und wie unterschiedlich Microgreens ticken. In meiner Küche und auf den Fensterbänken herrschte über Wochen ein regen Treiben 🙂 

In der Garten Flora -Ausgabe Januar 2022 findet ihr im Praxisteil kompakt alles Wissenswerte über die Anzucht von Micrgreens, inkl. Tipps und Tricks rund um die Anzucht mit und ohne Erde.

Microgreens - Dunkelkeimer und Lichtkeimer unterscheiden

Bei Microgreens, zu Deutsch Mikrogrün, handelt es sich um erwachsen gewordene Sprossen. Im Gegensatz zu den Sprossen, die gewöhnlich als Ganzes mit Wurzeln, Samenhülle und Blättchen verzehrt werden, isst man bei Microgreens nur die Blätter samt Stängel. Denn die Wurzeln sind schon zu weit entwickelt, als dass sie lecker munden.

Es gibt viele Gemüse und Kräuter, die man als Microgreens im Haus anziehen kann. Alfalfa, Brokkoli, Bockshornklee, Dill, Fenchel, Grünkohl, Knoblauch, Radieschen, Rettich, Rote Bete, Rotklee und Zwiebel zählen zu den bewährtesten Arten, weil sie gut funktionieren und das Aroma ihrer Herkunft in feinster Weise widerspiegeln. 

Wichtig zu wissen ist, dass es unter den Microgreens Dunkel- und Lichtkeimer gibt. Die meisten Microgreens sind Dunkelkeimer. Sie keimen nur, wenn sie in den ersten Tagen dunkel untergebracht sind. Ihre Samen fühlen sich in den gestapelten Etagen eines Sprossenturms aus Ton oder getönten Plexiglas (Etagengeräte) sehr wohl. Du kannst sie aber auch in Keimschalen aus Keramik oder Kunststoff oder in kompostierbaren Anzuchttöpfen anziehen (siehe Foto unten). Vorausgesetzt du siebst sie mit Erde oder Kokossubstrat ab oder stellst sie für ein paar Tage an einen dunklen Ort. Lichtkeimer wie Bockshornklee oder Alfalfa werden häufig in Schalen auf Vlies und Watte angezogen. Du kannst ihre Samen aber auch auf einer Schicht Erde auslegen, solltest das Saatgut aber nicht mit Erde absieben!

Superfood Microgreens
Nachdem ich die in Wasser vorgequollenen Samen dicht an dicht in die mit Erde angefüllte Anzuchtschale ausgesät hatte, siebte ich die Dunkelkeimer mit Hilfe einer Schöpfkelle ab. Sehr wichtig ist die Erde immer feucht zu halten. Am besten gelingt das mit einem Sprühgerät.

Die bekannte Kresse und ihre Superfood-Kollegen

Superfood Microgreens auf Sieben aussäen
Auch schleimbildene Samen von Gemüse und Kräutern kann man als Microgreens anziehen. Zu ihnen gehört die beliebte Kresse, aber auch Basilikum und Senf. Es bietet sich an, ihre Samen in Schalen auf Sieben, Watte oder Vlies zu verteilen. Man kann sie aber auch in einem Etagenkeimgerät aus Ton sprießen lassen. Die Anzucht auf Sieben klappt nur bei einer hohen Luftfeuchte. Die Samen müssen mindestens ein bis zweimal am Tag besprüht werden. Sobald sich Wurzeln gebildet haben, kannst du sie auch durchspülen und danach das Wasser aus der Schale abkippen. Sicherheitshalber kannst du die Schälchen auch unter einer durchsichtigen Folie aufstellen. Unter ihrem Dach hält sich die Luftfeuchte.
Superfood: Microgreens auf Sieben anziehen
Einen gestrichenen Esslöffel Samen von Kresse, Lein oder Senf in ein Schälchen geben.
Microgreens auf Sieben anziehen
Die Samen werden vor der Aussaat in Wasser eingeweicht - aber nur kurz!
Microgreens auf Sieben anziehen
Es erfordert etwas Geduld, die schleimigen Samen auf dem Sieb mit einem Löffel gleichmäßig zu verteilen.

Die schleimbildenen Samen von Chia-, Floh- und Leinsamen werden oft gar nicht zu Mikrogrün gezogen, sondern ein paar Stunden in Wasser eingeweicht, um sie zum Verdicken und Binden von Saucen und Smoothies zu verwenden.

Fotos oben (2) : Garten Flora/Olaf Szczepaniak
Fotos unten (4): Olaf Szczepaniak

Film "Microgreens" bei YouTube

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